Schulärztliche Screeninguntersuchungen haben einen Public Health-Fokus. Gesundheitliche Auffälligkeiten oder Risiken sollen möglichst früh und bei möglichst allen betroffenen Kindern entdeckt werden.

Gutes Hören hat einen wichtigen Einfluss auf die allgemeine Entwicklung und Lernfähigkeit des Kindes, ist sehr wichtig für die Sicherheit im Straßenverkehr und auch für die Integration in die Gesellschaft. Deshalb führt der Schulgesundheitsdienst in Obwalden ein systematisches Hörscreening (Otoakustische Emissionen, OAE) zur Früherkennung von Hörstörungen neu ein. Das Screening wird im Kindergarten und im 5. Schuljahr durchgeführt (im 5. Schuljahr erst ab Schuljahr 2017 / 2018).

Ablauf der Untersuchung

Der Hörtest für Kinder wird durch eine erfahrene Audiometristin aus der Hals-Nasen-Ohren-Praxis von Dr. Pfister in Sarnen durchgeführt. Die untersuchende Audiometristin schaut zuerst in das Ohr des Kindes (Otoskopie). Kann sie ungehindert in das Ohr hineinsehen (es befinden sich kein Ohrenschmalz und keine Flüssigkeit im Ohr) kann die Untersuchung beginnen.

Mit einer kleinen Sonde wird beim äusseren Gehörgang gemessen. Das Gerät gibt leise „Klick“- Geräusche ab. Diese Geräusche werden ins Innenohr geleitet. Erreichen die Töne ihr Ziel, „antworten“ die Sinneszellen mit Schwingungen, die als Schallwellen vom Innenohr zurück ins äußere Ohr übertragen werden. Kommt ein Signal dort an, erscheint auf dem Display des Gerätes ein „pass“ – alles ist im Normbereich. Bleibt das Signal aus oder ist es sehr schwach, erscheint ein „fail“. Es kann auf eine gestörte Schallaufnahme (z.B. auch durch Unruhe beim Kind oder störende Hintergrundgeräusche) im Innenohr hinweisen. Diese Messung muss dann nach ca. 2-3 Wochen nochmals durchgeführt werden. Erst nach etwa 2 nicht eindeutigen Messungen muss eine genaue Abklärung erfolgen.