Diese recht unangenehme Gefühl kann in jedem Lebensalter auftreten, auch bereits im ersten Lebensjahr.
Symptome: Druckgefühl, Ohrgeräusche (z.B. auch beim Schlucken), ggfls. eingeschränktes Hörvermögen
Wie kommt es dazu?

  • Der Druckausgleich zwischen Aussenluft und Mittelohr erfolgt über die 3 bis 4 cm lange Eustachische Röhre (Ohrtrompete). Sie ist das «Verbindungsstück» zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. So ist es möglich, dass Ohrprobleme häufig in der Nase entstehen und somit die Behandlung des Ohrdruckes über die Nase beginnt.
  • Der Druckausgleich ist wichtig, wenn wir mit der Seilbahn fahren, fliegen oder tauchen.
  • Um «normal» hören zu können, muss das Trommelfell, als «Tür» zum Mittelohr, frei schwingen können. Dies funktioniert nur, wenn der Druck vor und hinter dem Trommelfell gleich gross ist. Kurzfristige Störungen des Druckausgleiches können normalerweise durch Gähnen oder Schlucken beseitigt werden. Hält das Druckgefühl aber an, liegt möglicherweise eine Entzündung (Tubenkatarrh) oder Schwellung der Eustachischen Röhre vor, so dass der Druckausgleich nicht mehr erfolgen kann. Dadurch funktioniert die Belüftung nicht mehr, es entsteht ein Unterdruck im Mittelohr, das Trommelfell schwingt nicht mehr frei - man hat das Gefühl taub zu sein.

Diagnostik: Der erste Weg führt zum HNO-Arzt, der eine gründliche Anamnese erhebt (seit wann bestehen die Beschwerden, Gründe für mögliche Auslöser erfragen). Dann folgt die Untersuchung des Trommelfells mit einem Spezialmikroskop, um mögliche vorbestehende Komplikationen zu erkennen und mit in die Diagnose einzubeziehen. Da es sich um ein Nasen-Ohr-Problem handelt, stellen die Untersuchung der Nase mit dem Endoskop und die Funktionstestung der Nase (Rhinomanometrie) einen weiteren wichtigen Schritt dar. Dann schliessen sich ein Hörtest (Audiogramm) und eine Messung des aktuellen Belüftungszustandes des Ohres (Tympanogramm) an.
Anhand aller diagnostischen Ergebnisse entscheidet der HNO-Arzt, welche therapeutischen Massnahmen eingeleitet werden.

Konservative Therapie oder minimal invasive Operation?
Bei der konservativen Therapie werden Nasenspülungen mit einer speziellen Salzlösung, das Einbringen von kortisonhaltigem Nasenspray und ein Druckausgleichstraining (Aufblasen kleinen Ballons durch die Nase) empfohlen.

Bei der minimal invasiven Operation (Tubendilatation) wird der Patient in Kurznarkose gelegt. Der HNO-Arzt führt ein kleines Instrument durch die Nase Richtung Ohr, wo er in die Ohrtrompete einen kleinen Katheder (Ballon) einbringt, diesen kurzzeitig aufpumpt, um Verklebungen zu lösen oder Engstellen aufzudehnen und damit das Freischwingen des Trommelfells wieder zu ermöglichen. Nach ungefähr 6-8 Tagen schwindet der noch leichte Druck im Ohr und die Ohrtrompete funktioniert wieder regelrecht.