Schnarchen

Ist Ihr Schnarchen gesundheitlich gefährlich? Möchte Ihr Partner/Ihre Partnerin das gemeinsame Schlafzimmer verlassen, weil Ihr Schnarchen unerträglich geworden ist? Diese Abklärungen führen wir im Rahmen unserer Schnarchsprechstunde durch.

Wenn der Schlaf über einen längeren Zeitraum nicht erholsam ist oder sich der Bettnachbar beklagt und sogar Atemstillstände bemerkt, sollten Schnarcher handeln.

Schnarchen entsteht durch Vibrationen der Schleimhaut des Halses, vor allem wenn sich die Wände des Halsinneren beim Schlaf nahe kommen. Berühren sich die Wände und verschließen damit den Atemweg während des Schlafes, nennt man das Schlafapnoe. Der Körper wird in dieser Zeit nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und die Sauerstoffkonzentration im Blut sinkt. Als Folge des Sauerstoffmangels kommt es zu einer Weckreaktion des Gehirns, der Schläfer bemerkt dies in der Regel nicht. Gelegentlich schrecken Patienten mit Erstickungsgefühlen aus dem Schlaf auf. Die Atemaussetzer können von wenigen Sekunden bis über eine Minute anhalten. Meist bemerkt dies auch der Partner in der Nacht. Patienten fühlen sich oft am Morgen unausgeschlafen und sind auch tagsüber müde.

Der Übergang zwischen störendem Schnarchen bis hin zu leichter bis schwerer Schlafapnoe kann fliessend sein und verstärkt sich meist nach Gewichtszunahme. Viele Menschen schnarchen nach Erreichen des 40. Lebensjahres.

In einem ersten Arztgespräch wird entschieden, welche diagnostischen Methoden zum Nachweis bzw. Ausschluss einer Schlafapnoe notwendig sind. Ist zusätzlich die Nasenatmung behindert, messen wir zusätzlich den Luftstrom durch die Nase (Rhinomanometrie). Eine einfache Messung von Puls und Sauerstoffsättigung (Ambulante Pulsoxymetrie) gibt Hinweise, ob gehäufte Sauerstoffmangelzustände im Schlaf auftreten. Ist dies der Fall, erfolgt eine genauere Schlafanalyse (respiratorische Polygrafie), die zusätzlich die Schlafstadien, die Länge der Atemaussetzer, die Schnarchgeräusche, bezogen auf die Lage des Körpers im Schlaf, messen kann. Daraus errechnet sich der AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index), der ein Mass für die Schwere einer Schlafapnoe darstellt und zum Therapieentscheid wichtig ist. Ausserdem ist eine Schlafendoskopie in Narkose zur Lokalisation der Engstellen in schlafähnlichem Zustand möglich.

Operative Therapiemöglichkeiten:

Zur Verbesserung der Nasenatmung: Begradigung der Nasenscheidewand, Reduktion der Nasenmuscheln, Weichgaumenstraffung, Straffung des Zungengrundes, Mandelteilentfernung

Nicht-operative Therapiemöglichkeiten

Apparative Hilfsmittel, je nach individueller Situation, Alter und Zahnstatus:
Schlafrucksack, Weichgaumenspange (Velumount® original, http://www.velumount.ch/de),
Zahnspangen zur Vorverlagerung des zurück fallenden Unterkiefers (Protrusionszahnschienen),
CPAP- Therapie (CPAP- Continuous Positive Airway Pressure, www.lungenliga.ch)
Das Ziel ist ein Offenhalten des Atemweges in der Nacht.

Protrusionszahnschienen:

  • Somnofit
  • Silensor
  • IST®classic

Reduktion des Körpergewichtes:

Die Gewichtszunahme geht mit einer Zunahme des Bauch- und Halsumfanges einher. Es werden auch im Hals und zwischen den Muskeln Fettreserven eingebaut, die den zur Verfügung stehenden Raum im Hals zusätzlich einengen. Gleichzeitig werden Lunge und Magen nach oben gedrückt. Die Lunge kann sich beim Atmen nicht mehr optimal ausdehnen.

Warum schnarcht mein Kind?
Meist gibt es dafür anatomische Gründe. Häufig sind vergrößerte Gaumenmandeln oder eine Wucherung der Rachenmandel („Polypen") die Ursache. Als Symptome können gehäufte Mundatmung, Mittelohrentzündungen, aber auch Sprachentwicklungsverzögerungen auftreten.

Kommt es zu kurzen Atemaussetzern, tritt Sauerstoffmangel im Blut auf und der Schlafrhythmus wird unterbrochen. Betroffene Kinder (meist im Alter zwischen 3 und 6 Jahren) agieren hyperaktiv, können aggressiv oder unkonzentriert sein.

Fallen Ihnen diese Erscheinungen auf, sollten Sie Ihren Kinder-, Hausarzt oder/und einen HNO-Facharzt aufsuchen. Durch die Entfernung der Rachenmandel oder eine Verkleinerung der Gaumenmandeln kann bei vielen Kindern eine Heilung erzielt werden.

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