Mit zunehmendem Alter, ca. ab dem 60. Lebensjahr, sind viele Menschen von einer Verminderung der Hörfähigkeit betroffen. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess, denn auch die Zellen im Ohr unterliegen der allgemeinen Abnahme der Leistungsfähigkeit.

Man hört eigentlich «etwas», aber versteht nicht mehr so gut. Der HNO-Arzt diagnostiziert, welche Ursachen das verminderte Hörvermögen hat. Dazu gehört z.B. auch eine in die Familie zurückführende Anamnese, denn es könnte eine vererbte Schwerhörigkeit vorliegen. Sobald die Ursache diagnostiziert ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Hören zu verbessern.

Einerseits kann dies der Einsatz eines Hörgerätes sein. Von leistungsfähigen Modellen hinter dem Ohr bis zu unsichtbaren, im Ohr versteckten Geräten – die Auswahl ist gross. Aber auch operative Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Gemeinsam mit dem HNO-Arzt und ggfls.einem Hörgeräte-Akustiker wird für Sie eine lebensqualitätsverbessernde Lösung gefunden.

Presbyakusis: altersabhängige Schwerhörigkeit

  • Presbyakusis führt zu sozialem Rückzug, vermehrten Depressionen und Gedächtnisstörungen. Sie erhöht die Demenzinzidenz, wodurch das Hospitalisierungsrisiko steigt, und verringert die Lebensqualität.
  • Ab 60 Jahren wird ein Hörscreening empfohlen.
  • Patienten, die von einer Hörminderung berichten, sollten an einen HNO-Arzt überwiesen werden.
  • Die Schwere des Hörverlustes wird mittels zweier audiometrischer Standardverfahren bestimmt: der Reintonaudiometrie und der Sprachaudiometrie in Ruhe.
  • Der Goldstandard der Prävention ist nach wie vor die Vermeidung starker Lärmexposition und der langfristige Gehörschutz.
  • Die Verstärkung durch Hörgeräte ist die Behandlung erster Wahl bei Presbyakusis. Wenn möglich, sollte eine stereophone (binaurale) Versorgung erfolgen.
  • Menschen mit Presbyakusis sollten eine geeignete Beratung erhalten, um ihre Compliance mit dem Tragen von Hörgeräten zu erhöhen.
  • Andere Kommunikationsstrategien (z.B. Lippenlesen, Hörtaktiken, Konzentrationsverbesserung) können hilfreich sein.
  • (Eigenen) Patienten mit hochgradiger Schwerhörigkeit, bei denen Hörgeräte keinen Nutzen haben, kann ein Cochlea-Implantat  helfen.

"Basierend auf dem Beitrag in: Swiss Medical Forum 10 8.3. 2017, S.230
Dr. med. Anne-Claude Guinchard, Philippe Estoppey, Dr.med.Raphaël Maire"